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  • Der Portikus steht wieder am angestammten Platz

    Der Portikus ist am Freitagabend wieder am Bayerischen Bahnhof angedockt. Um exakt 20.41 Uhr und 20 Sekunden zerschellte eine Sektflasche, die zwischen dem Portal und dem Gebäude angebracht war - das Tor war angekommen. Etwa 600 Menschen verfolgten das Spektakel und spendeten spontan Applaus, wie Jörg Puchmüller, Sprecher des Sächsischen Wirtschaftsministeriums, erklärte. Dann wurde ein Feuerwerk gezündet.
    Mit etwa vier Metern pro Stunde bewegte sich der Portikus seit den frühen Nachmittagsstunden kontinuierlich auf sein Ziel zu. Um 13.16 Uhr hatten Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP), Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Bahn-Konzernbevollmächtigter Artur Stempel symbolisch den Startknopf für die Rückreise betätigt. Rund 350 Schaulustige verfolgten, wie das Tor für das Auge kaum sichtbar die ersten Zentimeter zurücklegte. Dann wanderte der 2800-Tonnen-Koloss gut 30 Meter in Richtung Westen. Dort steht das 166 Jahre Gebäudeteil nun wieder an seinem angestammten Platz neben der ehemaligen Bahnhofshalle und heutigem Gasthaus.

    Kaspar Bartl senior erwartete einen Rücktransport ohne Komplikationen. Der 59 Jahre alte Bayer aus der Nähe von Bad Tölz ist Experte für das Verschieben von Bauwerken. Jahrelang war er Fachmann beim Bauriesen Holzmann. Nach der Pleite des Unternehmens machte er sich selbstständig und verrückt fortan vorrangig Brücken Meter für Meter. Der Portikus bereitete Bartl senior keine Probleme. "Mein Sohn ist bereits seit Montag in Leipzig und trifft die Vorbereitungen", berichtete der Fachmann vorab.
    Wie schon beim Hintransport im April 2006, um Baufreiheit für den City-Tunnel zu schaffen, wurden wieder zwei mit Teflon beschichtete Gleitbahnen errichtet, darauf alle zehn Meter Widerlager aus Stahl eingebaut. Daran wurden vier Zylinderpressen installiert, die das Schwergewicht ziehen sollten. Diese Widerlager mussten für eine freie Bahn mit Schneidbrennern abgebrochen werden, sobald der Portikus sie erreicht hatte. Während der Arbeiten wurde das Bauwerk mit Mess-Sensoren überwacht, um bei Schräglagen schon von wenigen Zentimetern schnell reagieren zu können.

    Heikel könne nur der letzte von vier Abschnitten werden. Dann, wenn der Portikus genau an die Stelle wieder angeschlossen wird, an der er vor gut drei Jahren vom Brauhaus abgesägt wurde. Bartl gab sich gelassen und rechnete auch bei dieser Millimeterarbeit mit keinen Komplikationen.

    Alles nach Plan, bestätigte Puchmüller dann am Freitagabend: "Zwar mussten mit Hand und Meißel ein paar Millimeter abgetragen werden, aber dann hat alles gepasst". Die Mitarbeiter der Baufirma feierten ihren Erfolg gleich vor Ort in der Grube am Bayrischen Bahnhof. Übers Wochenende bleibt dann erst einmal alles, wie es ist, bevor am Montag die Rückbauarbeiten beginnen. Die Schienen werden demontiert, nur die Hebeeinrichtung bleibt noch weitere drei Wochen stehen. In diesem Zeitraum wird der Kolloss überwacht, damit bei eventuellen Setzungen schnell reagiert werden kann, so Puchmüller.

    Unklar sind noch immer die Kosten für den City-Tunnel. "Nach aktuellen Berechnungen kostet der Tunnel 893 Millionen Euro." Das sagte der damalige sächsische Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold vor sechs Wochen. Doch das ist überholt. Denn nun ist eingetreten, was Mangold und die Verantwortlichen des Projektsteuerers Deges im September als schlimmsten Fall befürchtet hatten. Am letzten Tag der Widerspruchsfrist hat ein unterlegener Bieter Beschwerde zu einem Großauftrag beim Innenausbau der Stationen eingelegt. "Die Sache liegt jetzt beim Oberlandesgericht in Düsseldorf", sagte Puchmüller.

    Das Mega-Projekt sollte ursprünglich 572 Millionen Euro kosten und im Dezember 2009 eröffnet werden. Vor vier Wochen informierten die Bauherren jedoch über enorme Kostensteigerungen und erklärten zugleich, dass der (schon mehrfach verschobene) Fertigstellungstermin im Dezember 2012 womöglich ins Wanken gerät. Grund dafür sei eine Auftragsvergabe "im zweistelligen Millionenbereich", die zum Beispiel Fliesen, Fahrstühle und Rolltreppen betrifft, so Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger, der das Projekt steuert.

    Ein unterlegener Bieter hatte hierzu einen Nachprüfungsauftrag bei der Vergabekammer des Bundeskartellamtes eingereicht. "Falls die Entscheidung zu unseren Gunsten ausfällt, hängt anschließend alles davon ab, ob die Gegenseite vor Gericht zieht", sagte Brandenburger. Wenn das passiere, sei der Termin Ende 2012 geplatzt. Dann könnten die ersten Züge erst im Dezember 2013 durch Leipzigs neue U-Bahn brausen.

    Tatsächlich ist es nun genau so gekommen. Zwar wies die Vergabekammer in Bonn das Ersuchen der leer ausgegangenen Firma in vollem Umfang zurück. Doch dieses Unternehmen zog 13 Tage später vor Gericht. Die Deges kann daher den Auftrag zum Stationsausbau nicht mehr "bis Anfang Oktober" auslösen, was bislang als letzte Chance für 2012 galt.

    Matthias Roth, Christiane Lösch, LVZ-Online / Jens Rometsch

    © LVZ-Online, 30.10.2009, 23:27 Uhr

  • Bunter Himmel über Leipzig`s City

    www.LeipzigCity.blog.de

  • Status Quo in Leipzig

    Status Quo stampfen ihre Boogie-Rhythmen in der Arena Leipzig

    Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Status Quo gehören zweifelsohne dazu. Auch wenn die britischen Boogie-Rocker sich auf die Suche nach dem vierten Akkord (Titel ihres aktuellen Albums) begaben: Status Quo ist eine Band, die ihren Namen zu Recht trägt – seit den frühen Sechzigern. Am Donnerstag sind Status Quo mit einem 40-Jahre-Greatest-Hits-Programm in der Arena Leipzig. Vorab sprach Andreas Weihs mit Francis Rossi.

    Frage: Status Quo konnte die meisten Singles in den britischen Charts der letzten 50 Jahre platzieren. Macht Sie das stolz?
    Francis Rossi: Ja, natürlich! Wir wollten immer langfristigen Erfolg haben und nie ein One-Hit-Wonder sein.

    Sie haben viele weitere Rekorde inne. Wie lebt es sich als Rockstar?

    Wir sehen uns nicht als berühmte Personen oder Rockstars, sondern als Teil von Status Quo. Uns kennen vielleicht sechs Millionen Leute auf der ganzen Welt. Der Rest kennt uns nicht! Unser Business nimmt sich selbst sehr wichtig, aber es leben fünf Milliarden Menschen auf der Welt.

    Vor kurzem ist das Earbook „Pictures – 40 Years Of Hits“ erschienen – mit einem Vorwort von Prinz Charles. Wer hatte die Idee dazu?

    Das war unser Manager. Wir wollten nicht einfach nur ein weiteres Best Of Album rausbringen und haben nach etwas gesucht, was interessanter ist.

    Brian Wilson, Alice Cooper, Brian May, der Chelsea & Liverpool Football Club – War es einfach, alle diese Leute für das Projekt zu begeistern?

    Nicht wirklich. Viele sagten zuerst ab, beobachteten, was passiert. Aber je mehr mitgemacht haben, desto besser wurde es. Wir haben etwa ein halbes Jahr gebraucht, um alles zusammen zu bekommen. Für die vier dem Buch beiliegenden CDs hat unsere Plattenfirma alle 75 Singles zusammengestellt, die wir in England veröffentlichten.

    Erklären können wir es auch nicht. Vielleicht liegt unser stetiger Erfolg in der Art, wie wir zusammen spielen, wie wir singen? Vielleicht liegt es daran, wie wir Rock, Country und Blues vermischen. Wir wissen es nicht genau. Es passiert einfach. Mir sagte mal jemand, „Ihr habt euch ja gar nicht entwickelt“. Das ist nicht richtig, wir haben uns entwickelt, aber wir haben uns nicht verändert. Das ist der Unterschied. Es ist die Art, wie wir die Songs arrangieren, wir beherrschen heute unsere Instrumente viel besser als früher. Wir sind aber immer noch eine Rockband und machen, was wir schon immer getan haben. Nur besser.

    Was sagen Sie Kritikern, die meinen, Ihre Musik klinge immer gleich?

    Das stimmt ja so nicht. Vielleicht ist es einfache Musik, aber sie ist nicht einfach zu machen. Sie lebt auch von dem, was wir auf der Bühne tun. Das ist ziemlich anstrengend. Unsere Musik basiert auf verschiedensten Einflüssen, wie Blues, Country, Rock und Pop. Der eine mag dies und der andere das, im Grunde aber sind es ähnliche Akkorde und ähnliche Geschichten, die erzählt werden. Hauptsache ist doch, dass man Musik mag. Wenn ich ein Lied gut finde, kümmert es mich nicht, welcher Stil es ist oder wer es aufgenommen hat. Ich finde es toll, also ist es toll.

    Ausgerechnet die deutsche Techno-Kapelle Scooter bescherte Ihnen nach Jahren wieder einen Chart-Hit in Deutschland. Wie kam es dazu?

    Scooter haben „Whatever You Want“ aufgenommen und dann an unser Management geschickt, mit der Frage, ob man nicht etwas zusammen machen könne. Und wir haben uns dafür entschieden. Der Scooter-Sound ist ziemlich einzigartig, sehr energiegeladen. Das hat uns gefallen.

    Status Quo haben alles erreicht, was man erreichen kann. Was wollen Sie noch?

    Wir wollen mehr, besser werden! Man kann immer noch einen drauflegen.

    Was hält die Band in der fünften Dekade immer noch zusammen?

    Wir mögen das, was wir tun. Wenn alles stimmt, macht es einfach Spaß. Zudem haben Rick und ich eine ganz besondere Verbundenheit. Wir können uns inzwischen auch nichts anderes mehr vorstellen, als zusammen mit den anderen in Status Quo zu sein. Wir haben ja auch nie etwas anderes gekannt! Das ist eine so starke Einheit, dass wir schon immun gegen Einflüsse von außen sind.
    Man hat das Gefühl, Sie sind fortwährend auf Tour …

    Jeder im Showbusiness, egal ob Musiker, Schauspieler, liebt es, sein Talent vor anderen Menschen zu zeigen. Es ist nicht sicher, ob das Publikum uns braucht, aber wir brauchen Leute, die uns zujubeln.

    Haben Sie schon Pläne für das 50. Bandjubiläum?

    Nein! Ich mag keine Jubiläen.

    Welche Frage wird Ihnen von Journalisten am häufigsten gestellt?

    Wie lange wollt ihr noch weiter machen?

    Und die Antwort ist?

    „Keine Ahnung. Vielleicht eine Woche, vielleicht zehn Jahre. Wer weiß? Wir machen einfach weiter.

    © LVZ-Online, 29.10.2009, 23:02 Uhr

  • Bayerischer Bahnhof: Portikus reist am Freitag zurück

    Der Portikus am Bayerischen Bahnhof bricht am Freitagmittag zu seiner Rückreise auf. Gegen 13 Uhr wollen Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP), Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Bahn-Konzernbevollmächtigter Artur Stempel den Startknopf drücken. Anschließend muss der 2800-Tonnen-Koloss gut 30 Meter in Richtung Westen zurücklegen. Dann steht das 166 Jahre alte Tor wieder an seinem alten Platz neben der ehemaligen Bahnhofshalle und heutigem Gasthaus.

    Kaspar Bartl senior erwartet einen Rücktransport ohne Komplikationen. Der 59 Jahre alte Bayer aus der Nähe von Bad Tölz ist Experte für das Verschieben von Bauwerken. Jahrelang war er Fachmann beim Bauriesen Holzmann. Nach der Pleite des Unternehmens machte er sich selbstständig und verrückte fortan vorrangig Brücken Meter für Meter. Der Protikus bereitet Bartl senior keine Probleme. "Mein Sohn ist bereits seit Montag in Leipzig und trifft die Vorbereitungen", berichtet der Fachmann.

    Wie schon beim Hintransport im April 2006, um Baufreiheit für den City-Tunnel zu schaffen, werden wieder zwei mit Teflon beschichtete Gleitbahnen errichtet. Darauf werden alle zehn Meter Widerlager aus Stahl eingebaut. Daran werden vier Zylinderpressen installiert, die das Schwergewicht ziehen sollen. Diese Widerlager müssen für eine freie Bahn mit Schneidbrennern abgebrochen werden, sobald der Portikus sie erreicht hat. Während der Arbeiten wird das Bauwerk mit Messsensoren überwacht, um bei Schräglagen schon von wenigen Zentimetern schnell reagieren zu können.

    Bartl senior rechnet mit einer Fahrtgeschwindigkeit von vier Metern pro Stunde. Heikel könnte nur der letzte von vier Abschnitten werden. Dann soll der Portikus genau an die Stelle wieder angeschlossen werden, an der er vor gut drei Jahren vom Brauhaus abgesägt wurde. Der Firmenchef gibt sich gelassen und rechnet auch bei dieser Millimeterarbeit mit keinen Komplikationen.
    Ein besonderes Spektakel verspricht Jörg Puchmüller bei der Ankunft des Portikus unter Flutlicht. "Dann gibt es ein Feuerwerk", verrät der Sprecher bem Sächsischen Wirtschaftsministerium. Er rechnet damit zwischen 19 und 20 Uhr. Zuvor dürfen Interessenten die Fahrt des Riesen auf einer Fläche neben der Bahnhofsgaststätte verfolgen. "Wir verteilen dort auch Flyer mit Informationen zum Citytunnel und zum Bayerischen Bahnhof", sagte Puchmüller.
    Unklar sind noch immer die Kosten für den City-Tunnel. „Nach aktuellen Berechnungen kostet der Tunnel 893 Millionen Euro.“ Das sagte der damalige sächsische Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold vor sechs Wochen. Doch das ist überholt. Denn nun ist eingetreten, was Mangold und die Verantwortlichen des Projektsteuerers Deges im September als schlimmsten Fall befürchtet hatten. Am letzten Tag der Widerspruchsfrist hat ein unterlegener Bieter Beschwerde zu einem Großauftrag beim Innenausbau der Stationen eingelegt. „Die Sache liegt jetzt beim Oberlandesgericht in Düsseldorf“, so Puchmüller.

    Das Mega-Projekt sollte ursprünglich 572 Millionen Euro kosten und im Dezember 2009 eröffnet werden. Vor vier Wochen informierten die Bauherren jedoch über enorme Kostensteigerungen und erklärten zugleich, dass der (schon mehrfach verschobene) Fertigstellungstermin im Dezember 2012 womöglich ins Wanken gerät. Grund dafür sei eine Auftragsvergabe „im zweistelligen Millionenbereich“, die zum Beispiel Fliesen, Fahrstühle und Rolltreppen betrifft, so Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger, der das Projekt steuert.
    Ein unterlegener Bieter hatte hierzu einen Nachprüfungsauftrag bei der Vergabekammer des Bundeskartellamtes eingereicht. „Falls die Entscheidung zu unseren Gunsten ausfällt, hängt anschließend alles davon ab, ob die Gegenseite vor Gericht zieht“, sagte Brandenburger. Wenn das passiere, sei der Termin Ende 2012 geplatzt. Dann könnten die ersten Züge erst im Dezember 2013 durch Leipzigs neue U-Bahn brausen.
    Tatsächlich ist es nun genau so gekommen. Zwar wies die Vergabekammer in Bonn das Ersuchen der leer ausgegangenen Firma in vollem Umfang zurück. Doch dieses Unternehmen zog 13 Tage später vor Gericht. Die Deges kann daher den Auftrag zum Stationsausbau nicht mehr „bis Anfang Oktober“ auslösen, was bislang als letzte Chance für 2012 galt.

    Matthias Roth, LVZ-Online/Jens Rometsch

    © LVZ-Online, 28.10.2009, 22:58 Uhr

  • H1N1-Impfungen beginnen in Leipzig am Montag

    Leipzig/Berlin. Der erste Impfstoff gegen die Schweinegrippe wird in Leipzig noch in dieser Woche eintreffen. Laut Gesundheitsamtsleiterin Regine Krause-Döring bekommt die Stadt ein Kontingent von 29 000 Dosen, mit dem ab Montag zunächst Risikogruppen wie medizinisches Personal versorgt werden. Die übrigen Leipziger können sich ab Mitte November impfen lassen.
    Zugleich ging der Streit um die Impfung weiter. Ärzte-Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery forderte, den für Soldaten vorgesehenen Impfstoff an Kinder und Schwangere zu geben. Dem widersprachen das Gesundheitsministerium sowie Kinder- und Jugendärzte.

    Generell gibt es in Sachsen bei der Impfung keine Sonderbehandlung für ranghohe politische Würdenträger: „Wir haben keinen speziellen Impfstoff für Mitglieder der Landesregierung oder Beamte geordert“, sagte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU). „Dieser Personenkreis wurde in Sachsen auch nicht als Risikogruppe eingeteilt, bei uns hat jeder Bürger den gleichen Stellenwert.“ Nach Aussage von Clauß hat der Freistaat, wie die anderen Länder auch, ausschließlich den Impfstoff Pandemrix beim Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK) bestellt.
    Die Auslieferungen begann bereits am Montag im sächsischen Coswig. Vier Bundesländer holten die ersten Dosen ab, teilte GSK mit. Der Pharmahersteller lässt den Impfstoff in seinem Dresdener Werk produzieren. Im Lauf der Woche werden die Dosen an die Gesundheitsämter zur Impfung des sogenannten Sicherstellungspersonals ausgeliefert. Dazu gehören die medizinische Versorgung, Polizei sowie Feuerwehr. Ab Anfang November erfolgt dann die Auslieferung an die niedergelassenen Ärzte zur Impfung der Bevölkerung. Parallel dazu gibt es ein Prüfverfahren zu speziellen Impfstoffen für Schwangere und kleine Kinder, federführend hierbei sei Thüringen.

    Die Bundesregierung hatte Vorwürfe einer Zwei-Klassen-Medizin zurück gewiesen. Lediglich Soldaten, Bundespolizisten und Krisenstabs-Mitarbeiter erhielten Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker – aber nicht, weil dieser weniger Nebenwirkungen hervorrufe, sondern wegen eines schon vor Aufkommen der Schweinegrippe geschlossenen Vertrags. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wollen sich – wie die Bevölkerung – mit Wirkstoffverstärker impfen lassen.

    J.K., A. Rau / dpa

    © LVZ-Online, 22.10.2009, 14:47 Uhr

  • Landesrechnungshof rügt Kostenexplosion beim Bau des Bildermuseums

    Pleiten, Pech und Pannen begleiteten den Neubau des Museums der Bildenden Künste in den Jahren 2000 bis 2004. Am Ende kostete der Kunsttempel den Steuerzahler 73,49 Millionen Euro - 15,41 Millionen Euro mehr als geplant. In den vergangenen zwei Jahren prüfte der Landesrechnungshof das kommunale Mega-Projekt auf Herz und Nieren. Jetzt ist sein Untersuchungsbericht fertig. Darin werden der Stadt schwere Fehler und Versäumnisse bei Planung und Bau des Museums vorgeworfen.
    Was die Stadträte in diesen Tagen zu lesen bekommen, ist ein verheerendes Zeugnis. Die Baukosten waren laut Bericht mit 58,08 Millionen Euro zu niedrig angesetzt, die 27-prozentige Kostenexplosion ergo hausgemacht. Viele Ausgaben seien vermeidbar und unnötig gewesen, so die Prüfer. Teure Vorplanungen - zum Beispiel 148.000 Euro für eine Photovoltaikanlage, die letztlich dem Rotstift zum Opfer fiel - waren für die Katz. Leistungen in Millionenhöhe seien bei der Planung einfach vergessen worden, Dokumentationen zum Vergabeverfahren mangelhaft. Und statt ein Reservebudget aufzubauen, wenn Ausschreibungen etwas billiger werden ließen, wurden Vergabegewinne gleich wieder in millionenteure Sonderwünsche investiert.

    "Heute würden wir sicher einiges anders machen", erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) gegenüber LVZ. Er hat das Projekt und seine Folgen geerbt, denn von den damals Verantwortlichen - Oberbürgermeister, Bau- und Kulturbürgermeister - ist heute niemand mehr im Amt. "Für einen Teil der Mehrkosten ist die Kritik berechtigt", gestand zur Nedden. "Aber nicht alle Punkte, die der Landesrechnungshof kritisiert, schienen aus unserer Sicht auch gerechtfertigt."

    Dass das Museumsvorhaben viel zu schnell vorangetrieben wurde, räumt der Baubürgermeister selbstkritisch ein. "Für die Vorbereitung eines solchen Projektes würden wir uns heute mehr Zeit nehmen. Der Planungsbeschluss wurde im April 1998 getroffen. Aufgrund der im Juli 1998 vorliegenden Kostenschätzung musste die Planung komplett überarbeitet werden, so dass bis zum Baubeschluss im April 1999 der verbleibende Planungszeitraum sehr kurz war."

    Und nicht nur das fiel der Stadt letztlich auf die Füße. "Insolvenzen, Vertragskündigung und Rechtsstreitigkeiten haben erhebliche Probleme und Zeitverzögerungen mit sich gebracht", so zur Nedden. "Mit einigen Vertragspartnern liegen wir noch heute im Streit."

    Als Konsequenz aus den Schwierigkeiten beim Museum der Bildenden Künste habe die Stadt 2006 "für die strategische, objektbezogene und dezernatsübergreifende Steuerung der kommunalen Investitionen ein Investitions-controlling der Kämmerei für Maßnahmen im Wert von mehr als einer Million Euro eingeführt".

    Klaus Staeubert

    Weitere Hintergründe lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 19. Oktober sowie im E-Paper.

    © LVZ-Online, 18.10.2009, 23:06 Uhr

  • Ochsenknecht-Brüder in Leipzig

    Die Brüder Jimi Blue und Wilson Gonzales Ochsenknecht haben am Mittwoch im CineStar ihren neuen Film „Gangs“ vorgestellt. Nach der Vorstellung performten Sänger und Gitarrist der Band „Blind“ den Titelsong zum Film, danach herrschte Kreischalarm im Kinosaal: Neben den Ochsenknecht-Brüdern waren auch Jannis Niewöhner, Michael Keseroglu, Sina Tkotsch, Emilia Schüle, Kai-Michael Müller und sowie Regisseur Rainer Matsutani angereist.

  • Lichtfest

    der 9. Oktober, Leipzig voller Emotionen.

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    100 000 Besucher sind gekommen um das Lichtfest in Leipzig mitzuerleben.
    LEIPZIG; die Stadt die die Wende mit der friedlichen Revolution hervorgerufen hat - und nicht wie gern erzählt >:-[ BERLIN :!:

  • Protest gegen Feiern zum 9. Oktober

    Antifa-Anhänger demonstrieren in Leipzig - Protest gegen Feiern zum 9. Oktober

    Leipzig.

    1800 Anhänger der linken Szene haben am Sonnabend in Leipzig unter dem Motto: "Still not lovin' Germany" gegen die Feierlichkeiten zum 9. Oktober 1989 demonstriert. "Beim Lichtfest haben sich die Leute inhaltsleer und kritiklos selbst abgefeiert", sagte Stefanie Vogts, Sprecherin der Veranstalter.

    Dagegen richte sich unter anderem der von der SPD-Politikerin und früheren PDS-Vize, Angela Marquardt, angemeldete Protest. Die Demonstranten zogen vom Willy-Brandt-Platz über den Augustusplatz und die Schillerstraße hin zur Einkaufsmeile am Neumarkt und in der Petersstraße und dann weiter am Neuen Rathaus und der Runden Ecke entlang zurück zum Hauptbahnhof. Bei drei Zwischenkundgebungen erfolgten Redebeiträge. Leipziger Bürger verfolgten das Geschehen erstaunt bei ihrem Schaufensterbummel.
    Die Ordnungskräfte, unterstützt von Einheiten aus Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, zeigten sich um direkten Umfeld der Demonstration zurückhaltend. Das hatte Polizeipräsident Horst Wawrzynski im Vorfeld so angekündigt und ließ seine Beamten wie bereits beim Lichtfest in normaler Dienstuniform antreten. In Seitenstraßen standen aber weitere Polizisten in Einsatzkombination bereits. Am Polizeipräsidium parkten zwei Wasserwerfer und ein Räumfahrzeug.

    Die Demonstration endete gegen 16.20 Uhr, und zwar ohne Zwischenfälle, wie Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage von LVZ-Online mitteilte. "Es wurden lediglich zwei 18-Jährige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht in Gewahrsam genommen." Ansonsten habe wohl das schlechte Wetter dafür gesorgt, dass sich die Veranstaltugn schnell auflöste. "Die wollten wohl alle schnell raus aus dem Regen und an die Fernseher um Fußball zu sehen."

    Im Vorfeld hatte die Demo für politischen Ärger ausgerechnet in der SPD gesorgt. Grund war die Anmeldung durch Marquardt. Sie gilt als Vertraute der künftigen SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. „Der Aufruf zu dieser Demonstration ist eine Beleidigung der Leipziger und vieler Bürger in diesem Land“, kritisierte Leipzigs SPD-Fraktionschef Axel Dyck.

    Der mehrseitige Aufruf zum Aufzug, verfasst unter anderem vom Antifaschistischen Frauenblock und der Leipziger Antifa, liest sich wie eine Generalkritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland. „Menschenverachtende Ideologien wie Rassismus und Antisemitismus“, heißt es darin, würden „von der Mehrheit der Deutschen getragen“, die hiesige Bevölkerung habe sich noch nicht vollends „von ihrem völkischen Verständnis von Gemeinschaft“ gelöst.

    In Bezug auf die Friedliche Revolution ist von „Geschichtsklitterung“ die Rede. Dass 70 000 Demonstranten am 9. Oktober 1989 in Leipzig ein staatliches System ins Wanken gebracht hätten, sei eine „deutsch-deutsche Legende“. „Für uns gibt es dabei nichts zu feiern“, so der Appell an die Demo-Teilnehmer, „und in Leipzig, dem selbst ernannten Nabel der Wiedervereinigung, erst recht nicht.“

    „Die Aussagen sind an der Grenze zur freien Meinungsäußerung“, meinte Dyck, „und der Ort ist hochgradig provokativ gewählt. Wer einen Tag nach dem 9. Oktober, den wir mit einem großen Fest begehen, so eine Demo anzettelt, der hat in den letzten 20 Jahren nichts kapiert. Ich lehne die Intention dieser Demonstration zutiefst ab und bin sehr enttäuscht darüber, dass die Initiative dazu auch noch aus dem Umfeld der SPD-Spitze kommt.“

    Gemeinsam mit Leipzigs SPD-Chef Gernot Borriss verfasste Dyck am Freitag deshalb einen Brief an Nahles und den designierten SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel. Auch wenn sie anderer Meinung sind, könnten sie tolerieren, wenn die Initiatoren der Antifa-Demo die Friedliche Revolution als Mythos und Deutschland als Zumutung betrachteten.

    „Die Grenze des Erträglichen ist für uns aber dann überschritten“, schrieben Borriss und Dyck, „wenn sich Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten als Organisatoren einer solchen Veranstaltung betätigen. Und wenn es sich mit Angela Marquardt um jemanden mit direktem persönlichen Zugang zu den Spitzen unserer Partei handelt.“ Auf die Idee, „eine faktische Gegendemonstration gegen das Erinnern an den 9. Oktober am Tag darauf zu organisieren“, sei nicht einmal die Linkspartei gekommen, heißt es in dem Brief, „die vor Ort sonst von einem wenig einsichtigen Stasi-IM geführt wird“.

    Borriss und Dyck appellierten an die neue SPD-Führung in Berlin, dafür zu sorgen, dass der Inhalt des Aufrufs zur Leipziger Antifa-Demo „nicht Grundlage einer programmatischen Neuausrichtung der SPD wird“. Andernfalls würde dies „auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen“.

    Angela Marquardt mochte sich am Sonnabend zu den Vorwürfen nicht äußern. Sie ließ ducrh Veranstaltungssprecherin Vogts lediglich verlauten, das Dyck mit seinen Vorwürfen sehr übertreibe.

    Klaus Staeubert/Matthias Roth, LVZ-Online

    © LVZ-Online, 10.10.2009, 18:09 Uhr

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