Status Quo stampfen ihre Boogie-Rhythmen in der Arena Leipzig

Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Status Quo gehören zweifelsohne dazu. Auch wenn die britischen Boogie-Rocker sich auf die Suche nach dem vierten Akkord (Titel ihres aktuellen Albums) begaben: Status Quo ist eine Band, die ihren Namen zu Recht trägt – seit den frühen Sechzigern. Am Donnerstag sind Status Quo mit einem 40-Jahre-Greatest-Hits-Programm in der Arena Leipzig. Vorab sprach Andreas Weihs mit Francis Rossi.

Frage: Status Quo konnte die meisten Singles in den britischen Charts der letzten 50 Jahre platzieren. Macht Sie das stolz?
Francis Rossi: Ja, natürlich! Wir wollten immer langfristigen Erfolg haben und nie ein One-Hit-Wonder sein.

Sie haben viele weitere Rekorde inne. Wie lebt es sich als Rockstar?

Wir sehen uns nicht als berühmte Personen oder Rockstars, sondern als Teil von Status Quo. Uns kennen vielleicht sechs Millionen Leute auf der ganzen Welt. Der Rest kennt uns nicht! Unser Business nimmt sich selbst sehr wichtig, aber es leben fünf Milliarden Menschen auf der Welt.

Vor kurzem ist das Earbook „Pictures – 40 Years Of Hits“ erschienen – mit einem Vorwort von Prinz Charles. Wer hatte die Idee dazu?

Das war unser Manager. Wir wollten nicht einfach nur ein weiteres Best Of Album rausbringen und haben nach etwas gesucht, was interessanter ist.

Brian Wilson, Alice Cooper, Brian May, der Chelsea & Liverpool Football Club – War es einfach, alle diese Leute für das Projekt zu begeistern?

Nicht wirklich. Viele sagten zuerst ab, beobachteten, was passiert. Aber je mehr mitgemacht haben, desto besser wurde es. Wir haben etwa ein halbes Jahr gebraucht, um alles zusammen zu bekommen. Für die vier dem Buch beiliegenden CDs hat unsere Plattenfirma alle 75 Singles zusammengestellt, die wir in England veröffentlichten.

Erklären können wir es auch nicht. Vielleicht liegt unser stetiger Erfolg in der Art, wie wir zusammen spielen, wie wir singen? Vielleicht liegt es daran, wie wir Rock, Country und Blues vermischen. Wir wissen es nicht genau. Es passiert einfach. Mir sagte mal jemand, „Ihr habt euch ja gar nicht entwickelt“. Das ist nicht richtig, wir haben uns entwickelt, aber wir haben uns nicht verändert. Das ist der Unterschied. Es ist die Art, wie wir die Songs arrangieren, wir beherrschen heute unsere Instrumente viel besser als früher. Wir sind aber immer noch eine Rockband und machen, was wir schon immer getan haben. Nur besser.

Was sagen Sie Kritikern, die meinen, Ihre Musik klinge immer gleich?

Das stimmt ja so nicht. Vielleicht ist es einfache Musik, aber sie ist nicht einfach zu machen. Sie lebt auch von dem, was wir auf der Bühne tun. Das ist ziemlich anstrengend. Unsere Musik basiert auf verschiedensten Einflüssen, wie Blues, Country, Rock und Pop. Der eine mag dies und der andere das, im Grunde aber sind es ähnliche Akkorde und ähnliche Geschichten, die erzählt werden. Hauptsache ist doch, dass man Musik mag. Wenn ich ein Lied gut finde, kümmert es mich nicht, welcher Stil es ist oder wer es aufgenommen hat. Ich finde es toll, also ist es toll.

Ausgerechnet die deutsche Techno-Kapelle Scooter bescherte Ihnen nach Jahren wieder einen Chart-Hit in Deutschland. Wie kam es dazu?

Scooter haben „Whatever You Want“ aufgenommen und dann an unser Management geschickt, mit der Frage, ob man nicht etwas zusammen machen könne. Und wir haben uns dafür entschieden. Der Scooter-Sound ist ziemlich einzigartig, sehr energiegeladen. Das hat uns gefallen.

Status Quo haben alles erreicht, was man erreichen kann. Was wollen Sie noch?

Wir wollen mehr, besser werden! Man kann immer noch einen drauflegen.

Was hält die Band in der fünften Dekade immer noch zusammen?

Wir mögen das, was wir tun. Wenn alles stimmt, macht es einfach Spaß. Zudem haben Rick und ich eine ganz besondere Verbundenheit. Wir können uns inzwischen auch nichts anderes mehr vorstellen, als zusammen mit den anderen in Status Quo zu sein. Wir haben ja auch nie etwas anderes gekannt! Das ist eine so starke Einheit, dass wir schon immun gegen Einflüsse von außen sind.
Man hat das Gefühl, Sie sind fortwährend auf Tour …

Jeder im Showbusiness, egal ob Musiker, Schauspieler, liebt es, sein Talent vor anderen Menschen zu zeigen. Es ist nicht sicher, ob das Publikum uns braucht, aber wir brauchen Leute, die uns zujubeln.

Haben Sie schon Pläne für das 50. Bandjubiläum?

Nein! Ich mag keine Jubiläen.

Welche Frage wird Ihnen von Journalisten am häufigsten gestellt?

Wie lange wollt ihr noch weiter machen?

Und die Antwort ist?

„Keine Ahnung. Vielleicht eine Woche, vielleicht zehn Jahre. Wer weiß? Wir machen einfach weiter.

© LVZ-Online, 29.10.2009, 23:02 Uhr